Der Großteil der Menschen spricht dem Kaffee eine entwässernde Wirkung zu und rechnet ihn deshalb nicht zum Wasserhaushalt hinzu. Jedoch scheinen neueste Forschungsergebnisse dieser These zu widersprechen, mehr noch, sie schreiben dem Kaffee sogar eine vorbeugende Wirkung auf Volkskrankheiten wie Krebs, Alzheimer und Parkinson zu.

Ist der Verzehr von Kaffee gesund?

Eine Kaffeebohne enthält zwischen 0,8 % und 2,5 % Koffein, jedoch sollte die Bohne nicht als einziger Indikator dienen, denn der Koffeingehalt steigt je länger das Wasser mit dem Pulver in Kontakt tritt. Trotz vieler Forschungen weiß man bis heute nicht genau über alle Bestandteile des Kaffee Bescheid, denn seine chemische Zusammensetzung ist äußerst komplex und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Was man jedoch weiß, ist, dass er eine anregende Wirkung für den Kreislauf hat. Die Blutgefäße werden erweitert, der Herzschlag erhöht und die Durchblutung aller Organe verbessert. Koffein beeinflusst auch unser Atemzentrum, indem die Atmung beschleunigt wird und die Bronchialgefäße erweitert werden. Darüber hinaus steigert er den Kalorienverbrauch, ist aber mit null Kalorien kein Problem für die Figur.

Laut Dr. Wolfgang Feil, Biologe und Sportwissenschaftler an der Universität Furtwangen, ist Kaffee sogar eines der gesündesten Lebensmittel weltweit. Neben seiner hervorragenden Funktion als Muntermacher, soll es auch eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs und Alzheimer haben.

Einer kürzlich in den USA veröffentlichten Studie zufolge schützt Kaffee Brust, Blase, Niere, Darm und Leber vor Krebszellen und durch seine hirnanregende Wirkung hilft er auch gegen Alzheimer.

Darüber hinaus, hat koffeinhaltiger Kaffee keine negative Wirkung auf Blutdruck, Pulsfrequenz, Blutzuckerspiegel und Cholesterinwerte. Ganz im Gegenteil, es wird ihm sogar eine vorbeugende Wirkung gegen Herzinfarkt zugesprochen (bei 2 – 4 Tassen pro Tag).

Kaffee als Muntermacher

Wie bereits erwähnt wurde, zählt Kaffee auch zu den besten Muntermachern. Durch die erhöhte Gehirndurchblutung wird folgend die Konzentration gesteigert. Zusätzlich nehmen sowohl die Reaktionsgeschwindigkeit als auch die Aufnahmebereitschaft zu. Laut Forschern sind wir bereits nach einer Tasse Kaffee wieder aufmerksamer und konzentrierter als zuvor. Folgend kann man daraus schließen, dass Kaffee kreativer, intelligenter und ausdauernder macht.

Neuesten Studien zufolge erzielt man den besten Effekt, wenn man das Koffein in kleinen Dosen über den Tag verteilt zu sich nimmt statt in einem großen Becher am Morgen.

Jedoch soll das nicht bedeuten, dass er uns den Schlaf entzieht. Denn Koffein kann genauso gut wie es munter macht, einem beim Einschlafen helfen. Denn jeder reagiert auf Koffein und Kaffee anders, das heißt, dass Menschen die täglich eine oder mehrere Tassen trinken und somit einen hohen Kaffeekonsum nachweisen höchstwahrscheinlich keine Probleme mit dem Einschlafen am Abend haben.

Ist jemand allerdings keinen Kaffee gewohnt, sind Schlafstörungen durchaus möglich. Auch dass Kaffee nervös macht, kann nicht generell gesagt werden. Denn Kaffee wirkt bei jedem anders.

Coffeinismus – Kann Kaffee zur Sucht werden?

Heutzutage ist Kaffee in unserer Gesellschaft kaum noch wegzudenken, man findet kaum noch einen Haushalt ohne Kaffeezubereiter oder gar -maschine. Doch kann Kaffeekonsum auch zur Sucht ausarten?

Trotz stetiger Verharmlosung kann bei einer chronischen Zufuhr von Koffein eine Kaffeesucht entstehen. In Fachkreisen ist oftmals auch die Rede vom sogenannten Coffeinismus. Wer an Kaffeesucht leidet und seinen Koffeinkonsum unterbricht, sollte mit so manchen Entzugssymptomen rechnen, die je nach gewohnter Koffeinzufuhr verschieden schwer ausfallen können:

  • Müdigkeit und übermäßig langes Schlafen
  • Vorübergehende leichte Depressionen bzw. starke Stimmungstiefs
  • Verstopfung oder Darmträgheit
  • Antriebslosigkeit – man kann sich zu nichts aufraffen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen, Störungen der Denkfähigkeit
  • Körperliche Erschöpfung

Jedoch ist der Koffeingehalt im schwarzen Morgentrunk sehr niedrig und die anregende Wirkung, die ungefähr 30 bis 45 Minuten nach dem Trinken einsetzt, auch nur sehr kurzzeitig, um eine Abhängigkeit hervorzurufen. Und doch:

 

Wer über Wochen und Monate täglich sehr viel Kaffee trinkt braucht irgendwann immer mehr, um die gewünschte wenn auch sehr kurzzeitige anregende Wirkung zu erlangen.

 

Das liegt daran, dass das Nervensystem bei starkem Koffeinkonsum die Zahl der entsprechenden Rezeptoren erhöht. Eine psychische Abhängigkeit ist aber allenfalls herbeigeredet („Ohne meine Tasse Kaffee gehe ich nicht aus dem Haus.“) und nicht mit Alkohol, Nikotin oder Drogen vergleichbar.

Zu viel Koffein schadet jedoch auch: es erhöht die Nervosität und bewirkt einen Kalziumverlust über den Urin. Koffeinkapseln sind abzulehnen, da hier die vielen anderen Wirkstoffe aus dem Kaffee fehlen und reine Koffeinkapseln die Insulinproduktion antreiben können.

Was tun bei Kaffeeunverträglichkeit?

Symptome und Ursachen

Kaffeeunverträglichkeit oder Überempfindlichkeit gegenüber Koffein zeichnet sich durch Symptome, wie Schwitzen, Zittern und Übelkeit nach dem Kaffeegenuss aus. Das kann auch häufig der Fall bei Kaffee-Neulingen sein, da deren Körper sich noch nicht an die Wirkung des Koffeins gewöhnt hat. Darüber hinaus können auch noch Symptome, wie Durchfall, erhöhter Puls, häufiger Harndrang, Sodbrennen, Nervosität, Schlaflosigkeit sowie Einschlafstörungen oder ein „nervöser Magen“ auftreten.

Kaffee- vs. Koffeinunverträglichkeit

Treten einige dieser Symptome auf, sollten diese zunächst einmal mit einem Arzt abgeklärt werden, um zwischen Kaffee- und Koffeinunverträglichkeit zu unterscheiden. Wenn man an einer Koffeinunverträglichkeit leidet, sollte man in Zukunft auch den Verzehr von koffeinhaltigen Getränken wie Tee und Cola vermeiden. Wohingegen sich die Kaffeeunverträglichkeit rein auf den Genuss von Kaffee bezieht.

Histaminintoleranz

Histaminintoleranz kann ein häufiger Grund für Kaffeeunverträglichkeit sein, da in Kaffee Histamin erhöht vorkommen kann und so bei empfindlichen Genießern zusätzlich auf den Magen und weitreichend auf den kompletten Körper unangenehme Folgen aufzeigen kann.

Menstruationszyklus

Bei manchen Menschen tritt die Unverträglichkeit auch nur zeitweise auf und dann wieder überhaupt nicht. Beispielsweise gibt es bei einigen Frauen einen Zusammenhang zwischen ihrem Zyklus und der Unverträglichkeit gegenüber Kaffee und Koffein. In der zweiten Hälfte ihres Zyklus reagieren sie dabei empfindlicher als in der ersten Hälfte und sollten deshalb im Falle, dass Beschwerden auftreten während diesem Zeitraum auf Kaffee weitestgehend verzichten.

 

Bei Symptomen wie aufsteigende Körperwärme, Nervosität oder auch besonders heitere Stimmung spricht man vom Kaffeerausch.

 

In manchen Fällen können auch die hygienischen Bedienungen der Kaffeemaschine schuld an der Unverträglichkeit sein. Daher ist es sehr wichtig seine Maschine regelmäßig und gründlich zu reinigen.

Tipps & Tricks für den Kaffeegenuss trotz Überempfindlichkeit

  • Espresso
    • Wenn du von Kaffee Magenbeschwerden oder Sodbrennen bekommst, solltest du an Stelle von Filterkaffee Espresso trinken, da dieser durch die kürzere Zubereitungsdauer weniger Säure enthält.
  • Entkoffeinierter Kaffee
    • Bei Herzrasen, erhöhtem Puls oder Einschlafstörungen empfiehlt es sich auf entkoffeinierten Kaffee umzusteigen, da bei diesem durch ein spezielles Verfahren das Koffein erheblich reduziert wird. Zusätzlich kann entkoffeinierter Kaffee sogar abends noch getrunken werden.
  • Nicht auf leeren Magen trinken
    • Von Kaffeekonsum auf leeren Magen ist generell abzuraten, da die enthaltene Säure die Magenschleimhaut angreift. Um das zu vermeiden, ist es ratsam sich eine kleine „Unterlage“ anzulegen, damit du deinen Kaffee anschließend ohne Magenkrämpfe genießen kannst.
  • Die Dosis macht das Gift
    • Versuche die für dich optimale Menge herauszufinden, denn jeder reagiert anders auf Koffein und probiere ab und an Alternativen zu finden, um deinen Kaffeekonsum ein klein wenig zu reduzieren.

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Das berühmte Glas Wasser zu jedem Kaffee ist zwar ein gut gemeinter Rat und schadet auch nicht, jedoch geht aus zahlreichen Studien hervor, dass Kaffee dem Körper keine Flüssigkeit entzieht. Er wird sogar, wie jedes andere Getränk auch, in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen.

Es stimmt zwar, dass im Kaffee enthaltenes Koffein einen harntreibenden Effekt hat. Jedoch ist der Effekt nur kurzzeitig und bei regelmäßigem Kaffeekonsum weniger stark ausgeprägt, so dass sich der Flüssigkeitshaushalt innerhalb eines Tages wieder im Gleichgewicht befindet. Bei einem moderaten Verzehr – bis zu 4 Tassen am Tag – gibt es deshalb keine Bedenken.

Der jahrelange Irrglaube, dass Kaffee dem Körper Wasser entziehe, basiert auf einer falsch interpretierten Studie. Allerdings sollte Kaffee trotzdem als Genussmittel gesehen werden und nicht als Durstlöscher dienen.

Tipps zur Verfeinerung deines Kaffees

Der Kaffee gehört in Deutschland bei den meisten Menschen bereits zum Standardgetränk. Egal ob frühmorgens vor der Arbeit oder zu einem netten Nachmittagsplausch mit einem Freund, Kaffee ist in unserer Gesellschaft kaum mehr wegzudenken. Damit dein Kaffee dennoch ein unvergessliches Geschmackserlebnis bleibt, haben wir unten ein paar Tricks aufgelistet, wie du deinen schwarzen Muntermacher verfeinern kannst.

Zimt

Neben dem guten Geschmack ist Zimt im Kaffee auch noch gut für den Stoffwechsel, das Immunsystem sowie den Insulin- und Cholesterinspiegel. Darüber hinaus mindert er den Appetit und regt den Fettstoffwechsel an wodurch das Ziel einer makellosen Bikini-Figur etwas näher rückt.

Trotz seiner gesundheitlichen Eigenschaften sollte Zimt nur in Maßen genossen werden, wobei Schwanger ganz darauf verzichtet weden sollte, da die enthaltenen ätherischen Öle Wehen auslösen können. Es sollten keinesfalls mehr als 0,5 bis maximal 1 TL Zimt am Tag verzehrt werden, da dieser auch Inhaltsstoffe beinhaltet, die keine gesundheitsfördernde Wirkung aufweisen.

Durch das Ansteigen des Serotoninspiegels im Blut, hat Zimt auch noch eine stimmungsaufhellende Wirkung und du fühlst dich somit glücklicher und wohler nach einer leckeren mit Zimt gewürzten Tasse Kaffee.

Salz

Wenn dein Kaffee zu bitter schmeckt, kannst du ganz einfach mit einer Prise Salz Abhilfe finden. Keine Angst ein versalzener Morgentrunk kommt dabei nicht heraus. Laut einer Studie unterdrücken die im Salz enthaltenen Natriumionen die Bitterstoffe des Kaffees und verstärken dazu den eigentlichen Röst-Geschmack.

Kardamom

In arabischen Ländern wird Kaffee oftmals mit Kardamom verfeinert. Besonders bei Männern ist diese Variation sehr beliebt, da dem Kardamom eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen wird.

Nebenbei macht er den Kaffee bekömmlicher und hilft gegen Kopfschmerzen. Zum Aufkochen kannst du frisches Pulver, aber auch ganze Kapseln verwenden. Das Zubereitungsverhältnis bei Pulver ist ¼ bis ½ Teelöffel auf 375 ml Wasser.

Neben Zimt, Salz und Kardamom kannst du deinen Kaffee noch mit vielen weiteren Gewürzen verbessern und verfeinern, wie Piment, Muskatnuss, Vanille, Anis, Gewürznelken, Kakao, Pfeffer oder Chili.

Du kannst sie natürlich beliebig kombinieren und deiner Kreativität freien Lauf lassen. Wenn du es bevorzugst, Gewürze in ganzen Stücken zu kaufen, kannst du sie Zuhause, wie deine Kaffeebohnen, mit einer Schlagmühle mahlen.

 

Verfeinert auch ihr euren Kaffee? Schreibt eure besten Tricks in die Kommentare.

 

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